Lebensabschnittsbuch

Die perfekte Gartenparty

Liebes Lebensabschnittsuch,

die nächsten Bandproben müssen wahrscheinlich ohne Ole stattfinden oder wir müssen sie gleich komplett absagen. Du wirst dich jetzt sicher fragen warum? Hoffe ich kann alles detailgetreu wiedergeben.

Gartenparty bei Ole

Es begann vor einer Woche als Björgen mitbekommen hatte, dass Ole am Samstag Geburtstag hat. Anfangs war er sauer und fragte die ganze Zeit warum man ihn nicht schon früher darüber infortmiert hatte. Doch je länger wir darüber diskutierten desto schneller verging seine schlechte Laune.
„Und, gibts dann ne fette Sause bei dir Daheim?, fragte unser bärtiger Freund einen nun völlig verstörten Ole. Dieser machte dann das für ihn typische nuschelnde Geräusch, sobald er nervös wurde. „Mjamjamja“, war dann nur noch zu hören und man merkte unserem jetzt noch weisseren Freund an, dass er am liebsten sofort wegrennen wollte.

Als Björgen diese eine Frage nun ein ums andere Mal stellte kam dann endlich die Antwort. „Es geht nicht. Meine Eltern sind am Wochenende nicht Zuhause.“
Er hätte alles sagen können. Zum Beispiel: „Die Kammerjäger sind da!“, „Meine Großeltern sind zu besuch!“ oder „Mein Hund hat unser Haus gefressen!“ aber nicht „Meine Eltern sind nicht da!“. Man sah sofort Björgen Augen blitzen. Ich wusste sofort auf was das ganze hinauslaufen sollte. „Ja dann können wir ja eine kleine Party machen. Natürlich nur im kleinen Kreis versteht sich“. Ole wurde ohne eine klare Zusage von der Band überstimmt. Björgen versprach unserem Geburtstagkind einen Kuchen zu backen. Ich bot mich an ein paar Freunde einzuladen.

Die Vorbereitungen beginnen

Um die Gartenparty zum Erfolg zu machen, lud ich also über die sozialen Medien ein paar Leute ein. Auf welchen Knopf ich dabei gedrückt habe kann ich mich leider nicht mehr erinnern. Ich bin aber felsen fest davon überzeugt, dass ich auf „Nur enge Freunde einladen“ gedrückt habe.
Am Samstag Vormittag traf ich mich mit Ole um bei ihm Zuhause alles vorzubereiten. Dabei wirkte er für seine Verhältnisse wie aufgedreht. Er freute sich sogar ein wenig, dass er das erste Mal etwas gegen die Anweisung seiner Eltern unternahm. Die Party sollte in einer kleine Gerätehütte stattfinden, die wir mit Bierzeltgarnituren bestückten. Ausserdem baute ich alleine eine kleine provisorische Bar auf. Als erste Gast traf ein gewisser Benni ein. Ich kannte zwar sein Gesicht, allerdings gehörte er nicht zu meinen engsten Freunden. Er behauptete wirklich nur über die sozialen Netzwerke von der Party erfahren zu haben, was ich ihm nicht abnahm. Da hatte bestimmt Björgen seine Finger im Spiel. 30 unbekannte Personen später trudelte dann auch endlich unser bärtiges Bandmitglied ein. Seine ersten Worte waren aber nicht „Hallo“ so wie man es von jeden normalen Menschen erwarten würde, sondern „Wo ist der Backofen?“. Der Grund dafür war das Backblech über dem eine Alufolie den Kuchen verdeckte den er gebacken hatte, wobei mir der leicht süßlich Duft schon sehr vertraut vorkam, ich aber nicht wusste woher ich ihn kannte.

Der Abend wir zum Selbstläufer

Nachdem der Geräteschuppen fast aus allen Nähten platzte, verstreuten sich die ungefähr 90 Gäste im Garten, bis wohl auch einige den Weg ins Haus fanden. Dort versammelten sich um die 4 – 8 Personen um den Backofen wo ein stolzer Björgen allen vom wohltäter Ole erzählte, ohne den des den Kuchen nie gegeben hätte. Danach ging ich wieder nach draussen um nach Ole zu sehen. Der hatte sich in der Twischenzeit dermaßen einen hinter die Binde gekippt, dass er nicht mehr grade stehen konnte. Alle wegversuche meinerseite schlugen fehl und somit musste ich leider liegen lassen.
Es muss 15 Minuten später gewesen sein, als plötzlich 4 Polizeiautos mit Blaulicht vor das Anwesen fuhren. Wie bei einem rießigen Bienenschwarm liefen alle Gäster wie wild umher und jeder versuchte so schnell wie möglich die Gartenparty zu verlassen.
Auch Björgen stürmte wie ein Irrer aus dem Haus und schrie den andern, die mit ihm heraukamen zu: „Meine Jünger, los folgt mir!“. Dann war er auch schon weg. Ich konnte mich auch gerade noch so über den Zaun retten und kam unverletzt Daheim an.
Am nächsten Morgen erfuhr ich, dass Oles Eltern früher als gedacht nach Hause kamen. Sie fanden dort die Polizei und ihren sturztrunken Sohn vor. Das Wohnzimmer war verwüstet und die teure weiße Designer-Couch war von oben bis unten mit Schuhsolenabdrücken übersät. Die Polizei fand dann auch noch Reste des Kuchens, der sich als Hashbrownie-Cake herausstellte. Partiegäste, die von der Polizei aufgegriffen wurden sagten aus, dass ein bärtiger alter Mann meinte man hätte den Kuchen ganz allein Ole zu verdanken, welcher ja dann auch der Hersteller sei.

Du kannst dir vorstellen liebes Büchlein, dass Ole nun eine saftige Strafe eingefahren hat. Wegen dem Kuchen beließ es die Polizei bei einer Verwarnung weil sich heraustellte, dass er ja Geburtstag hatte. Doch seine Eltern waren nicht so milde. Er wird wohl die nächste Zeit nicht mehr nach draußen dürfen. Und Taschengeld gibts wohl auch nicht mehr und eine Gartenparty wird es nie mehr geben. Ach ich muss sofort in den sozialen Medien nachfragen, welcher Idiot eigentlich die vielen Leute eingeladen hat. Bis bald Büchlein…