Lebensabschnittsbuch

Der erste große Auftritt

Es ist vollbracht! Nach wochenlangen Proben hatte meine Band ihren aller ersten Auftritt. Ich hatte ja im letzten Beitrag erwähnt, dass wir die Eisdisco-Saison in unserer örtlichen Eishalle musikalisch untermalen dürfen. Gestern war es also soweit. Unser Gig sollte um 18:00 Uhr beginnen. Deshalb bauten wir eine Stunde vorher unsere Bühne und Gerätschaften auf. Ich möchte dabei meinen Vater erwähnen, der uns als Roadie zur Seite stand. Er ist der vielleicht spießigste Mensch den ich kenne. Deshalb wunderte ich mich als er während der Aufbauphase immer wieder von seiner Jugend sprach und meinte, dass er füher ein ganz wilder war. So wie ich das beurteilen kann, hatte mein Vater keine Jugend. Seit ich ihn kenne arbeitet er bei der gleichen Versicherung und trägt jeden Tag Hemden. Wenn man so einen von „wilden Zeiten“ sprechen hört, läuft es einen kalt den Rücken herunter. Kommen wir aber wieder zurück zu den Vorbereitungen.

Strom? Ach ja Strom!

Wir bemerkten schnell, dass die Versorgung unseres Equipments mit Strom schwierig werden würde. Meilenweit war keine Steckdose zu sehen. Ich machte mich also auf die Suche und fand schließlich eine Kabeltrommel, die am Stromnetz angeschlossen war. Um die Distanz zu überbrücken, konstruierte ich eine Kette aus Mehrfachsteckern an dessen Ende alle Gitarren, Verstärker und Mikrofone angeschlossen wurden. Damit war alles für einen wahnsinns Abend angerichtet. Fünf Minuten bevor alles losgehen sollte viel meinem Bruder plötzlich auf, dass jemand den ganzen Tag gefehlt hatte. „BJÖRGEN!“, rief ich sofort auf. Unser bärtiger Freund war wirklich nie da. Ich merkte wie sich ein einziger Krampf durch meinen Körper ausbreitete. „Da passe ich einmal nicht auf!“, dachte ich mir und schon läuft alles aus dem Ruder. Ihn anzurufen war keine Option, da Björgen kein Telefon oder Smartphone hatte. Seiner meine nach sind dies Wanzen der Regierung um uns Menschen abzuhören. Damit spionieren sie unsere Gedanken und Kaufverhalten aus. Ich war schon dabei zu verzweifeln, als hinter mir plötzlich die Tür einen rießigen Knall machte. Es macht Bumm und Björgen viel sprichwörtlich durch die Tür. „Sorry, wurde aufgehalten“, stammelte er noch auf dem Boden liegend. „Kann jetzt los gehen“.

Start einer großen Karriere

Wie unwirklich es sich anfühlt, plötzlich auf ganz vorne auf einer Bühne zu stehen. Vor einem eine Eisfläche mit mindestens 30 bis 300 Personen. Ich schlug die ersten Saiten mit meinem Plektron an und lies es ab diesem Moment einfach passieren. Ich werde diese eine Minute und vierzig Sekunden nie vergessen liebes Büchlein. Genauso lange hat es gedauert, bis plötzlich das gesamte Eisstadion im Dunklen stand. Der Hausmeister meinte später, dass die Kabeltrommel überlastet war. Kann mir nicht erklären warum, war ja nur ein Stecker drin. War wohl von schlechter Qualität. Wir mussten dann leider den Auftritt abbrechen und ein packen. Aber ich spüre, dass dies der Anfang von etwas ganz Großem ist. wir bleiben am Ball und du mein Büchlein über alles informiert.