Der Confed Cup ist nun vorbei. Deutschland hat gewonnen und die Kritiker, die vor dem Turnier alles in Frage gestellt haben sind fürs erste verstummt. Zwar hat die DFB-Auswahl nun den noch fehlenden Pokal für seine Vitrine aber ob dieses Turnier nun mehr Lust auf eine WM macht ist dennoch fraglich. Wie wir im Artikel „Vor dem Fussball – ist nach dem Fussball“ bereits geahnt haben, bestätigt sich für uns immer mehr. Der Confed Cup ist und bleibt ein Lückenfüller der die Kommerzialierung des Fussballs nur verschlimmert. Die FIFA will damit nur testen, in wie weit Ihre Marketingmaßnahmen greifen, um beim Hauptturnier die größtmögliche Gewinnspanne zu erziehlen.

Hab davon nichts mitbekommen

Stellen wir uns vor es beginnt eine Weltmeisterschaft. Viele Deutsche versammeln sich vor dem Fernseher oder auf den Straßen und feuern ihre Mannschaft an. Selbst Personen, die mit Fussball nichts am Hut haben, lassen sich von der Euphorie mitreißen.

Nun sitze ich gestern vor dem Fernseher und schaue das Finale des Confed Cups. Meine Frau, die zu den oben genannten Personen zählt schaut auf die Flimmerkiste und wundert sich warum Deutschland spielt. Als ich ihr erklärt habe, ums was es sich bei diesem Turnier handelt stellt sie trocken fest: „Davon habe ich gar nichts mitbekommen. Also langsam habe ich das Gefühl, das fast jedes Wochenende die Nationalmannschaft spielt.“

Mit dieser Aussage hat sie auch gar nicht unrecht. Denn simultan zum Confed Cup lief ja auch die U21 EM. Diese wurde genauso im TV übertragen. Und es geht nun mit der U19- sowie der Frauen-EM weiter. Die verantwortlichen müssen sich langsam gedanken machen, was gut für den Fussball ist. Muss wirklich das Finle um die deutsche Meisterschaft der U19 im Fernseher übertragen werden? Vor allem der DFB zeigt hier zwei Gesichter. Auf der einen Seite wollen sie durch Programme und Spenden verhindern, dass andere Sportarten nicht an Bedeutung verlieren, aber anderer Seits überfluten sie die deutsche Medienlandschaft mit dem „Produkt Fußball“. Allein schon unsere Nationalmannschaft mit der Marke „Die Mannschaft“ zu bewerben zeigt, dass nur noch ums Geld geht. Es zeigt vor allem unseren Jugendlichen immer mehr, dass sie nicht Fussballer werden wollen weil ihnen der Sport Spaß macht, sondern weil hier das Geld auf der Straße liegt.