Sonntag, 20 Uhr, Wacken. Es ist vollbracht. Mit letzter Kraft hängen wir unser, noch nass vom Regen, tropfendes Zelt auf. Das Ende unserer sechs Tage andauernden Reise ist gekommen und ich schleife ich mich mit letzter Kraft nach Hause. Was haben wir alles erlebt!

Von Anfang an

Start war München Ostbahnhof. Nach einer kurzen Stärkung bei einer amerkanischen Fast-Food Kette und einer fixen Halben bestiegen wir den Metal-Train Richtung Itzehoe. Unsere fünfköpfige Reisegruppe bekam im Schlafabteil noch zuwachs in Form von „Flying“ Uwe. Einem fidelen midfünziger aus Augsburg. Als wir unserer Gepäck mehr oder weniger nach DIN Norm verstaut hatten, führte uns der Weg direkt in das Barabteil des Zugs. Hier erlebten wir einige tolle Stunden mit gepflegtem Metal, gepaart mit dem einen oder anderen Bierchen. Guten Gewissens konnten wir uns dann in unsere Schlafstätten begeben. Bei leiser Backgroundmusik aus dem Barwagen schliefen wir, mit einigen kurzen Unterbrechungen, erstaunlich gut. Naja bis auf Uwe vielleicht, der nach einem kurzen Powernap zurück in das Barabteil wanderte.

Endlich da!

Schließlich erreichten wir den Bahnhof Itzehoe am Mittwoch morgen. Ein Shuttle-Bus brachte und anschließend auf das Campinggelände. Dabei soll angemerkt werden, dass ein Bus ohne Klimaanlage und ohne das öffenen von Fenstern zu unglaublichen Schweißausbrüchen führen kann. Man wartete allerdings vergeblich auf den Aufguss in dieser Sauna.
Als wir nun einen geeigneten Platz gefunden hatten, starteten wir mit dem Aufbau des Zelts. Das ging wie immer schnell und unkompliziert wenn man bedenkt, das es von einem Discounter gekauft wurde.

Wacken Zeltplatz

Das Wacken Open Air erlaub noch freues Campen auch mit Fahrzeugen

Wir begannen nun unsere Wanderung zur Bandausgabe. Hier viel uns bereits auf, dass allein durch leichten Nieselregen der Boden matschig und aufgeschwemmt war. Man konnte also erahnen was auf einen zukommen könnte. Zum Glück waren wir mit unseren Gummistiefeln bewaffnet, die wir 2015 im wackener Edeka erworben hatten. Ein Festivalband und das Full-Metalbag zu bekommen war dieses Jahr relativ leicht. Anscheinend hatten wir eine gute Zeit erwischt, den vor den Containern waren kaum Leute und so hatten wir sehr schnell unsere Einlassberechtigung für das W:O:A.

Auf dem Holy Wacken Ground

Ohne langes Zögern betraten wir auch schon den Holy Ground. Von diesem Moment bis Sonntag früh sahen wir um die 30 Bands.

Wacken Buehnen

Die Main-Stages des Wacken Open Air

Hier findet ihr die Wichtigsten uns wie sie uns gefallen haben:

Amon Amarth

Unser Highlight schon vor dem Festival und wir wurden nicht entäuscht. Johann und seine Gang feuerten wie gewohnt ihren Hammer auf das Publikum nieder. Von „Death in Fire“ bis „Guardians of Asgaard“ war alles dabei was den Amon Amarth Fan erfreut.

Punkte: 10/10

Alice Cooper

Wer glaubt, dass man im Alter keine Leistung mehr bringen kann, wurde bei Alice Cooper entäuscht. Souverän lieferte „No more Mr. Nice Guy“ eine abwechslungsreiche Show ab.

Punkte: 8/10

Tankard

Deutscher „Alcoholic Metal“ at its best. Tankard gab wie immer Vollgas und begeisterte ihr Publikum.

Punkte: 8/10

Beyond the black

Entweder man mag sie oder man mag sie nicht. Wir finden sie nicht dufte.

Punkte: 1/10

Avantasia

Doch wenn es etwas schlimmeres gibt als „Beyond the black“, dann ist es Avantasia mit Tobias Sammet. Der „King of Fools“ zeigte einmal mehr, dass er keinen Musikgeschmack hat.

Punkte: 0/10

Max & Iggor Cavalera

Return to Roots war wirklich beeindruckend. Vor allem das anspielen von Orgasmatron war ein kleines Highlight.

Punkte: 8/10

Spaß im Off-Field

Auch neben den Hauptbühnen war wieder viel geboten. Vor allem das kulinarische Angebot auf dem Festival war üppig. Ob gebratene Nudeln oder Zypklopenspieß. Hier war für jeden was dabei. Was uns ganz besonders im Gedächtnis bleiben wird ist der „Metal Place“. Ein Zelt direkt im Ortskern in dem das Weißbier nur so sprudelte. Hier muss auch der DJ hervorgehoben werden, der durch gute Songauswahl die Menge zum Kochen brachte.

Das Fazit

Obwohl der ganz große Headliner gefehlt hat, war das W:O:A 2017 mal wieder ein Erlebnis. Nicht nur im Infield haben wir viel gesehen, auch Abseits konnten wir viele Impressionen mitnehmen.